Besuch der 4. Klassen in der Moschee

 

Am Mittwoch,20. Februar 2013 besuchten 35 Schüler und Schülerinnen der Theodor-Billroth-Grundschule mit ihren Lehrerinnen D. Hausmann und U. Krach im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts bzw. des Ethikunterrichts die Moschee in der Hessestraße.

Der Lehrplan sieht in der 4. Klasse vor, dass die Kinder Menschen mit unterschiedlichen Lebensdeutungen und Glaubensauffassungen begegnen sollen. Ein wichtiges Ziel des Religions- bzw. Ethikunterrichts ist dabei, gegenseitige Achtung und Toleranz anzubahnen.

Wo könnte die Begegnung mit dem Islam besser stattfinden als in einer Moschee?

Die Schüler und Schülerinnen wurden offen und freundlich von zwei Damen der islamischen Gemeinde Nürnberg empfangen. Dass Moscheen bei uns anders aussehen als in islamischen Ländern wunderte die Kinder nicht mehr, hatten sie doch bereits im Unterricht gelernt, dass sich die Gotteshäuser - in der Stadt Nürnberg gibt es 15 davon - meist in Wohngebäuden befinden und kein Minarett haben. Der Muezzin darf die Gläubigen in Deutschland nicht laut zum Gebet rufen. Aber wie überall auf der Welt mussten auch die Kinder der Billrothschule ihre Schuhe vor dem Betreten des Gebetsraumes ausziehen und in Regale stellen.

Barfuß betraten die Kinder den schön geschmückten und mit weichem Teppich ausgelegten Gebetsraum . In zwei Kleingruppen wurde besprochen, wie Muslime in Deutschland ihren Glauben praktizieren . Dabei lernten die Kinder, dass der Islam eine sehr offene Religion ist, in der es häufig „ der Gläubige kann …“ und nur sehr selten „der Gläubige muss …“ heißt. Bestes Beispiel dafür ist das Tragen eines Kopftuches.

Beeindruckend fanden die Schüler, dass der Koran immer und überall arabisch gelesen wird. Gläubige, die des Arabischen nicht mächtig sind, haben einen Koran, der über eine arabische Lautsprache verfügt.

Anschließend konnten die Kinder die Waschräume besichtigen, denn jeder Muslim oder jede Muslima muss sich vor dem Gebet reinigen. Die Frauen beten getrennt von den Männern und verfügen über Aufenthaltsräume, in die sie auch ihren Nachwuchs mitnehmen können.

Nach zwei Stunden mussten die Kinder der vierten Klassen die Moschee leider wieder verlassen. Aber der Eindruck, den der Besuch der Moschee hinterlassen hat, wird wohl noch lange haften bleiben.                              Doris Hausmann